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Sonntag, 27. Mai 2018

Dies tat Spachmüller auch, nicht ohne auch noch etwas an sich zu denken: Deshalb schlug er gleich noch sein Honorar plus Mehrwertssteuer auf die Belohnung auf - insgesamt belief sich die Forderung auf 111.900 Euro. // bin ich dabei Spachmüller an eine Bande von Leichenhändlern geraten ?

VERSCHWUNDENE LEICHE

22.12.2008

Fall Flick: Nürnberger Anwalt beendet sein Mandat

Fall Flick: Anwalt fordert Belohnung
Bild: DPA

Ein Nürnberger Anwalt will wissen, wo der gestohlene Sarg mit der Leiche des Milliardärs Friedrich Karl Flick ist. Seine Informationen wollte der Jurist teuer an die Witwe Flicks verkaufen. Doch jetzt kam alles anders.
Düsseldorf/Nürnberg (axesd/dpa) - Der Druck wurde offenbar doch zu groß: Der Nürnberger Anwalt Wolfgang Spachmüller hat sein Mandat im Fall des verschwundenen Flick-Sargs beendet. 
Er war zuvor in die Schlagzeilen gekommen, als er im Auftrag eines Unbekannten Informationen zum Aufenthaltsort des gestohlenen Sargs nur gegen die ausgelobte Belohnung plus seines Honorars preis geben wollte.
100.000 Euro hatte Flicks Witwe Ingrid nach dem Diebstahl Mitte November als Belohnung für Hinweise zum Aufenthaltsort des Sargs ausgelobt. Kurze Zeit später, am 8. Dezember, hat sich dann der Nürnberger Anwalt Wolfgang Spachmüller bei der Milliardärs-Witwe gemeldet. Ein anonymer Mandant habe ihn beauftragt, die Belohnung einzufordern und im Gegenzug Informationen preiszugeben.
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Dies tat Spachmüller auch, nicht ohne auch noch etwas an sich zu denken: Deshalb schlug er gleich noch sein Honorar plus Mehrwertssteuer auf die Belohnung auf - insgesamt belief sich die Forderung auf 111.900 Euro.
Geld, dass die Milliardärs-Witwe sicherlich hätte verschmerzen können. Doch in diesem Fall ging es um etwas anderes: Handelte es sich nun um die ausgelobte Belohnung oder war es sogar schon Lösegeld? 
Denn die Forderung Spachmüllers war klar: Nur bei vollständiger Zahlung sollte der Aufenthaltsort des gestohlenen Sargs preis gegeben werden. Außerdem habe Spachmüller die Zusage verlangt, dass die Täter nicht rückverfolgt werden.
Jörg-Andreas Lohr, Anwalt und Sprecher der Familie Flick, meldete das Angebot daraufhin der Polizei. Diese soll nach Darstellung der Münchner Abendzeitung der Famile geraten haben, zum Schein auf das Angebot einzugehen.
Dies hatte die Familie Flick abgelehnt und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. "Wir zahlen kein Lösegeld", so Lohr. Der modifizierte Vertrag des Nürnberger Anwalts sei "mehr als pietätslos" gewesen, zitiert die Abendzeitung Lohr. Zudem habe man Spachmüller zunächst wegen Begünstigung einer Straftat, mittlerweile auch wegen des Verdachts versuchter Erpressung angezeigt.
Der wiederum zeigte sich irritiert: Er habe sich keiner Straftat schuldig gemacht: "Ich bin Anwalt und weiß, wie weit ich gehen kann", sagte er der Abendzeitung. Nun ist er offenbar doch zum Schluss gekommen, dass er etwas zu weit gegangen war und hat sein Mandat in diesem mysteriösen Fall zurückgegeben.
Rechtsanwalt Roman B. Peter, Seniorpartner in Spachmüllers früherer Kanzlei, sagte: "Der Fall ist eine Pietätlosigkeit sondergleichen." Peter deutete an, bei Spachmüllers ehemaligen Mandanten habe es sich nicht um die Täter gehandelt.
Spachmüller habe sich zum Organ von "Träumern" machen lassen, denen es nur um Geld gegangen sei. Zwar sei Spachmüllers Handeln nach seiner Einschätzung nicht strafbar, sagte Peter. Spachmüller habe aber unverantwortlich gehandelt.
In einer Mitteilung der Kanzlei hieß es über Spachmüller: "Von seinem Vorgehen distanzieren wir uns ausdrücklich. Wir sind über die begangene Pietätlosigkeit entsetzt und bringen unser Mitgefühl gegenüber Familie Flick zum Ausdruck."
Spachmüller, Fachanwalt für Versicherungs- und Verkehrsrecht, arbeitet inzwischen nicht mehr für die Kanzlei. Dies sei bereits am 3. Dezember vereinbart worden, sagte Peter.
Spachmüller, der kürzlich bei der Wahl des CSU-Kandidaten für den Bundestagswahlkreis Nürnberg-Süd unterlegen war, betonte, sein Ausscheiden aus der Kanzlei habe nichts mit dem Fall Flick zu tun.

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