Wegen des Verdachts versuchter Erpressung habe die milliardenschwere Familie Flick eine Anzeige gegen den Juristen stellen lassen, sagte am Montag der Sprecher der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, Johannes Mocken. 
Eine Anzeige wegen Begünstigung von Straftätern liege bereits vor. Ob Ermittlungen eingeleitet werden, sei allerdings völlig offen.
Information nur gegen Belohnung

Spachmüller hatte im Auftrag eines anonymen Mandanten für 100 000 Euro Belohnung Hinweise darauf versprochen, wo die Leiche zu finden ist. Die Familie hatte das Angebot abgelehnt und die Staatsanwaltschaft eingeschaltet. Spachmüller sagte am Montag, sein Mandat sei „beendet“. Darüber hinaus wolle er sich nicht mehr zum Fall äußern.
Die Nürnberger Anwaltskanzlei, für die Spachmüller zuletzt gearbeitet hatte, distanzierte sich deutlich von ihm. Seniorpartner Roman B. Peter sagte: „Der Fall ist eine Pietätlosigkeit sondergleichen.“ Peter deutete an, bei Spachmüllers ehemaligen Mandanten habe es sich nicht um die Täter gehandelt. Der Jurist habe sich vielmehr zum Organ von „Träumern“ machen lassen, denen es nur um Geld gegangen sei. Zwar sei Spachmüllers Handeln nach seiner Einschätzung nicht strafbar, jedoch unverantwortlich, sagte Peter.
Spachmüller, Fachanwalt für Versicherungs- und Verkehrsrecht, arbeitet inzwischen nicht mehr für die Kanzlei. Dies sei bereits am 3. Dezember vereinbart worden, sagte Peter.
Spachmüller, der kürzlich bei der Wahl des CSU-Kandidaten für den Bundestagswahlkreis Nürnberg-Süd unterlegen war, betonte, sein Ausscheiden aus der Kanzlei habe nichts mit dem Fall Flick zu tun.
Der Sarg mit Flicks Leiche war Mitte November von einem Friedhof in Österreich gestohlen worden. Nach Angaben eines Sprechers der Familie Flick hatte sich Spachmüller am 8. Dezember gemeldet, wenige Tage nachdem die Familie 100 000 Euro Belohnung für Hinweise zum Verschwinden des Sargs ausgelobt hatte. Friedrich Karl Flick war am 5. Oktober 2006 im Alter von 79 Jahren gestorben. Er war zeitweise Chef des Düsseldorfer Flick-Konzerns, bis 1985 größte deutsche Unternehmensgruppe in Familienbesitz.